Muttertagsfahrt 2019 – ‚Glücksmomente am Schiff‘

Fahrt zum Wachauer-Mariandl.

Jeder Dritte unserer Mitglieder nahm an unserer heurigen Muttertagfahrt in die Wachau teil.

Die Wachau – Weltkulturerbe.

Die Wachau liegt an der Donau zwischen den beiden niederösterreichischen Städten Melk und Krems. Aufgrund der landschaftlich sehr reizvollen Lage hat die Wachau auch eine dementsprechende Geschichte vorzuweisen.

MIt zwei Bussen vor dem Stift Melk

Im Mittelalter herrschten vorwiegend die berüchtigten Kuenringer in der Wachau. Sie thronten in den Burgen bei Aggstein und Dürnstein und erlangten durch die beiden Söhne des herrschenden Hadmars II. zweifelhaften Ruhm. Die beiden Söhne des Herrschers waren als Raubritter und „Hunde von Kuenring“ verrufen, die keine Gelegenheit ausließen die Donauschiffer auszurauben.

Eine weitere historische Einzigartigkeit war die Einkerkerung des legendären englischen Königs Richard Löwenherz. Dieser soll nach seiner Rückkehr vom Kreuzzug in Jerusalem in einem Wirtshaus bei Erdberg erkannt und daraufhin von Leopold V., mit dem er schon im Heiligen-Land in Konflikt geraten war, auf Burg Dürnstein inhaftiert worden sein.

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts widerfuhr der Wachau ein Aufschwung als Wiener Ausflugsgebiet. Zahlreiche Kunstakademien schickten ihre Malerklassen in die schöne Wachau und der Tourismus erlebte einen Höhepunkt nach dem anderen. Selbst Filmproduktionen machten die Wachau zu einer weltweiten Berühmtheit.

Allein schon die beiden Städte Melk und Krems sind aufgrund ihrer Stifte mehr als sehenswert. Doch auch die Burgruinen (Aggstein, Hinterhaus, Dürnstein und Ober Ranna) überzeugen durch eine lange Geschichte. Die UNESCO setzte die Kulturlandschaft Wachau im Jahr 2000 auf die Liste des zu schützenden Weltkulturerbes.

Schiff ahoi

Die Fahrt mit ‚Huber-Bus‘ und ‚Pölzl-Reisen‘

Für den heurigen Muttertagausflug war früh aufstehen angesagt. Bereits ab 6:00 Uhr traten die 69 Teilnehmer bei Sonnenaufgang an. Berti Ofner, Ingrid und Fritz Rothbart, die diesen Ausflug ausgeschrieben und bestens organisiert hatten, begrüßten die erwartungsfrohe Runde und gab nähere Details zum Tagesablauf bekannt.

Reiseleiter Fritz Rothbart

Über die Südautobahn bis zur Raststätte Leobersdorf, dem 1. Halt, dann weiter über Baden, in das Helenen-Tal, vorbei am Schloss Mayerling, welches durch das Schicksal Kronprinz Rudolfs traurige Berühmtheit erlangt hat, bis zur Schiffsanlegestelle in Melk war schon während der Fahrt das eine oder andere Highlight dabei.

Während Fritz Rothbart die bestellten Tickets besorgte, schlenderten wir den Weg entlang, im Bereich der Rückseite des beeindruckenden Stiftsgebäudes, zum DDSG-Ausflugsschiff, mit Namen ‚Wachau‘. Am Gangway erwartete uns schon die Schiffscrew.

Glücksmomente am Schiff

Unter dem Motto „Die Donau neu erleben“ betreibt die DDSG Blue Danube mit sechs eigenen Schiffen Schifffahrt in Wien und der Wachau und ermöglicht mit ihren Touren einen tiefen Einblick in die faszinierende Welt an den Ufern der Donau.

Nach kurzer Zeit, wir hatten schon gemütliche Fensterplätze und das eine oder andere Getränk serviert bekommen, legten wir ab. Die Wachau glitt langsam aus dem Seitenarm der Donau bis zum gegenüberliegenden Ufer, wo einige Touristen noch zustiegen. Nach einer, für nicht mit der Seefahrt vertraute Menschen, atemberaubende Wende des Schiffes begann unsere Fahrt stromabwärts mit Ziel Dürnstein.

MS WACHAU – unser Ausflugsschiff vor dem Ablegen

Von den großen Panoramafenstern, vor dem doch frischen Fahrtwind geschützt, gleiten wir an beeindruckenden Sehenswürdigkeiten vorbei:

  • Melk – mit seinem berühmten Benediktinerstift. Zwischen 1702 und 1739 erbaut, zählt es mit seiner Bibliothek und der Stiftskirche zu den imposantesten Klosteranlagen überhaupt.
  • Direkt am Strom liegt das Schloß Schönbühel.
  • Ruine Aggstein – ehemalige Kuenringer Burg.
  • Willendorf – Fundort der „ältesten Österreicherin“, der „Venus von Willendorf“ (Altsteinzeit um 22000 v. Chr.).
  • Spitz – Weinbauort mit spätgotischer Pfarrkirche und interessantem Schifffahrtsmuseum.
  • Weißenkirchen – Weinbauort mit der größten Wehrkirche der Region.
  • Dürnstein – historischer Stadtkern. Hier wurde im Mittelalter der englische König Richard Löwenherz gefangen gehalten.

Dürnstein – Blondel und Löwenherz

In Dürnstein verlassen wir das Schiff, wo uns schon der Bummelzug erwartet. Gemütlich bringt er uns die Uferstraße entlang in den historischen Ort, wo wir zum Mittagessen erwartet werden. Einige, die Dürnstein zu Fuß erleben wollen, nehmen die in den Fels gehauene, höhlenartig verlaufende Stiege.

Umsteigen vom Schiff zum Bummelzug

Beim Mittagsmenü können wir aus Spargel-, Frittaten- oder Leberknödelsuppe und anschließend aus Wiener Schnitzel mit Petersilienkartoffel, Grillkotelette mit Gemüse und Pommes sowie Seehechtfilet vom Grill mit Petersilienkartoffeln und abschließendem Dessert wählen.

Auf die heurige Marillen-Ernte müssen wir zwar noch warten, jedoch gustieren wir das eine oder andere Angebot (geschmackvoll, süß, sauer oder auch hochprozentig) aus der Region. Auch aus der nahegelegenen Bäckerei finden einige ‚Wachauer-Weckerln‘ den Weg in die Weststeiermark.

regionale Köstlichkeiten

Das an Sehenswürdigkeiten reiche Dürnstein, die beginnende Vegetation in den nahe gelegenen Wein- und Obstgärten, der entspannende Weg entlang der Donau, die aus aller Herren Länder endloslangen Lastenkähne, die Ausflugsschiffe, die Landschaft u.v.m. machen den nahenden Abschied doch etwas schwer.

Auf Wiedersehen Dürnstein

Abschied und SPÖ-Blumen zum Muttertag

Die Rückfahrt führt uns über Krems an der Donau, wo gegenüber das mächtige  Benediktinerstift Göttweig (1083 gegründet und um 1720 im Barockstil erneuert) drohnt. In Traismauer blicken wir für heute das letzte Mal auf die Donau und fahren über Baden zum kurzen Halt in Leobersdorf.

Mit vielen, neuen Eindrücken nähern wir uns unserer Heimat, wo unser Reiseführer Fritz Rothbart für das große Interesse, auch im Namen der Vorsitzenden Berti Ofner, dankte sowie die Teilnehmer(innen) mit den besten Wünschen verabschiedete.  

Bilder von der Großen Muttertagfahrt finden Sie hier: